Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

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Projekte

Ein wesentliches Element der Selbststeuerung im werkstattorientierten Kunstunterricht ist das „Kunstbuch“. Die Methode ist angelehnt an die bekannten Verfahren des „Lerntagebuches“ oder des „Journal-writing“. Im Kunstunterricht erfährt das Verfahren eine ästhetische Erweiterung, orientiert an künstlerischen Arbeitsverfahren wie dem klassischen Skizzenbuch oder dem Mapping- bzw. Atlasverfahren. Diese Methode wird ab der Klasse 5 mit Kunstheften eingeführt und erfährt gerade durch die eigenständigen Gestaltungsmöglichkeiten eine große Akzeptanz.

Das unlinierte leere Buch wird im Laufe des Schuljahres zu einem persönlichen, eigenständigen Mitläufer des Kunstunterrichts, das einen eigenen ästhetisch-gestalterischen Wert erhält. Hierin werden neben den Arbeitsmaterialien auch eigene Quellen und Ergebnisse zusammengetragen. Das Einbringen aller Materialien für das Buch stellt für sich schon eine Handlung dar, die gestalterische Funktion hat und zum reflektierten Umgang mit dem Materialien nötigt.

Das Buch dient dem Lehrenden auch zur prozessbezogenen Leistungserfassung im Werkstattunterricht, dadurch dass Arbeitsabläufe oder -brüche nachvollziehbar werden. Der Arbeitsleistung im und am Buch ist entsprechend Zeit und Wertschätzung zu zollen. Durch gestalterische Übungen soll initiiert werden, sich nicht nur schriftlich auszudrücken, sondern auch zeichnerische und collageartige Ausdrucksformen anzuwenden, um die eigenen bildsprachlichen Möglichkeiten zu erweitern und kann sich somit zusammen aus:

  • inhaltlichen Notizen, Skizzen;
  • offenen Fragen, Unerledigtem;
  • eigenen Zielen;
  • Kurzberichten über den Ablauf von Unterrichtssequenzen;
  • Einschätzungen eigener Lernfortschritte nach bestimmten Unterrichtssituationen;
  • Berichten über die eigenen (Lern-)Aktivitäten  bzw. Arbeitsmethoden;
  • empfundene Behinderungen des Lernens;
  • Schilderungen innerer Zustände wie Irritationen, Erleichterungen, Spannungserlebnisse;
  • Wertungen, Meinungen, emotionale Äußerungen;
  • Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen, Formulierungen von Vorhaben;
  • persönlichen Einsichten, Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse oder auch
  • biographischen Rückblenden.

Ab der Klasse 5 wird mittels der „Tagebucheinträge“ das regelmäßige Zusammenfassen und Kommentieren des Unterrichtsgeschehens, der Gruppenarbeit, des eigenen Tuns oder der Lehrertätigkeiten gefordert. Dies zwingt zum Nachdenken über den Stand der Arbeit und fördert in kleinen Schritten die Möglichkeiten der Meinungsbildung und führt über den Austausch zwischen Schülern und Lehrendem zu einer kontinuierlichen Ausbildung eines ästhetischen Urteilsvermögens und quasi nebenbei zu einer Verbesserung der Unterrichtsqualität.

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